Heimat – Neue Heimat?
Ankündigung und Aufruf
zur GGFP – Jahrestagung 2010 im Ruhrgebiet
17.-19. Juni 2010 im StadtBauRaum Gelsenkirchen
https://commpsyruhr.wordpress.com
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Der Begriff „Heimat“ ist für die Gemeindepsychologie eher fremd, das Thema Heimat aber durchaus von Bedeutung – wie sich beispielsweise am ‚Sense of Community‘, aber auch an dem Interesse zeigt, das Gemeindepsychologie an der Förderung gegenseitiger Unterstützung und solidarischer Gemeinschaft, an einem besseren Verständnis sozialer Netzwerke und Systeme hat.
Gemeindepsychologie selbst ist zudem eine „geistige Heimat“ (und ebenso eine konkrete, persönliche) für Viele; mit ihr sind bestimmte Herangehensweisen, Werte, Ideen und Kritiken verbunden. Von daher lassen sich die Schnittmengen zwischen Geschichte und Biographien – die „Community Narratives“ (Julian Rappaport) – auch als erzählte geistige, aber auch konkrete gemeindepsychologischen Heimat ansehen und anhören.
Anthony Giddens hat in seinem kleinen Büchlein „Entfesselte Welt“ (1999) deutlich gemacht, dass die Fragen von Heimat und Vergemeinschaftung im Zeitalter der Globalisierung komplexer werden: sie beinhalten Chancen und Risiken, und beides immer gleichzeitig, nie einzeln, nie entweder–oder. Heute ist es für Menschen möglich, die Enge der ursprünglichen, lokalen oder auch ‚virtuellen‘ – im Sinne von Klasse oder ethnischer Gruppe – Heimat zu verlassen und neue Kulturen und Denkweisen kennenzulernen und zu nutzen. Gleichzeitig ist aber genauso die Chance bzw. Gefahr größer geworden, die Heimat zu verlieren, durch Vertreibung oder Migration, aber auch, wenn man am Ort bleibt. Soziologischen Studien zufolge bleiben 70 Prozent der Menschen im Verlauf ihres Lebens in der Nähe des Ortes, an dem sie aufwuchsen. Sie haben dann sehr viel Erfahrung mit Verlusterlebnissen bezüglich der Qualität und des Potenzials Ihrer Heimat: etwa durch verlorene Arbeitsplätze, Freunde oder auch städtebauliche oder landschaftliche Veränderungen.
Daher sind durchaus widersprüchliche gesellschaftliche und gemeindepsychologische Fragen und Themen mit „Heimat“ verbunden:
- Inwieweit ist Heimat Integration und Inklusion, inwieweit Ausgrenzung und Exklusion?
- In welchem Verhältnis stehen Migration und Heimat/Heimatlosigkeit? Gibt es zwei oder mehrere gleichermaßen positiv konnotierte „Heimaten“?
- Wie ist der Beitrag von Heimat zu Gesundheit und Wohlbefinden? Wie und wo entsteht heute soziales und politisches Engagement?
- Ist Heimat ein Gegenbegriff (Antidot) zur neoliberalen Globalisierung, oder ist der Begriff Heimat ihr ideologischer Steigbügelhalter?
Der Begriff Heimat ist für die Gemeindepsychologie eher fremd? Mag sein – der Begriff. Gleichzeitig beschäftigen sich viele der obigen Fragestellungen mit Fragen der Zugehörigkeit, des Gemeinschaftsgefühls und dem Prozess der Vergemeinschaftung – und mit den entsprechenden Verlusterlebnissen. Aus gemeindepsychologischen und weiteren Perspektive gibt es zu Heimat einige Arbeiten aus Forschung und Praxis (siehe Lesetipps): „Heimat“ ist also ein gemeindepsychologisches Thema.
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Wir rufen dazu auf, dass wir uns vom 17.-19. Juni 2010 im StadtBauRaum in Gelsenkirchen mit dem Thema „Heimat“ aus unterschiedlichen gemeindepsychologischen und interdisziplinären Perspektiven befassen.
Wir bitten um Beiträge von möglichst vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu den oben gestellten und weiteren Fragen. Präsentationen, Workshops, Diskussionsrunden und andere Formate sind möglich.
Bitte beteiligt Euch durch Einsendung des Titels Eures Beitrags (wenn möglich mit einer kurzen Beschreibung) bis zum 26. April 2010.
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Aufruf und Ankündigung als Download: hier.
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Der Begriff „Heimat“ ist für die Gemeindepsychologie eher fremd, das Thema Heimat aber durchaus von Bedeutung – wie sich beispielsweise am ‚Sense of Community‘, aber auch an dem Interesse zeigt, das Gemeindepsychologie an der Förderung gegenseitiger Unterstützung und solidarischer Gemeinschaft, an einem besseren Verständnis sozialer Netzwerke und Systeme hat.
Gemeindepsychologie selbst ist zudem eine „geistige Heimat“ (und ebenso eine konkrete, persönliche) für Viele; mit ihr sind bestimmte Herangehensweisen, Wer
Aufrufte, Ideen und Kritiken verbunden. Von daher lassen sich die Schnittmengen zwischen Geschichte und Biographien – die „Community Narratives“ (Julian Rappaport) – auch als erzählte geistige, aber auch konkrete gemeindepsychologischen Heimat ansehen und anhören.
Anthony Giddens hat in seinem kleinen Büchlein „Entfesselte Welt“ (1999) deutlich gemacht, dass die Fragen von Heimat und Vergemeinschaftung im Zeitalter der Globalisierung komplexer werden: sie beinhalten Chancen und Risiken, und beides immer gleichzeitig, nie einzeln, nie entweder–oder. Heute ist es für Menschen möglich, die Enge der ursprünglichen, lokalen oder auch ‚virtuellen‘ – im Sinne von Klasse oder ethnischer Gruppe – Heimat zu verlassen und neue Kulturen und Denkweisen kennenzulernen und zu nutzen. Gleichzeitig ist aber genauso die Chance bzw. Gefahr größer geworden, die Heimat zu verlieren, durch Vertreibung oder Migration, aber auch, wenn man am Ort bleibt. Soziologischen Studien zufolge bleiben 70 Prozent der Menschen im Verlauf ihres Lebens in der Nähe des Ortes, an dem sie aufwuchsen. Sie haben dann sehr viel Erfahrung mit Verlusterlebnissen bezüglich der Qualität und des Potenzials Ihrer Heimat: etwa durch verlorene Arbeitsplätze, Freunde oder auch städtebauliche oder landschaftliche Veränderungen.
Daher sind durchaus widersprüchliche gesellschaftliche und gemeindepsychologische Fragen und Themen mit „Heimat“ verbunden:
· Inwieweit ist Heimat Integration und Inklusion, inwieweit Ausgrenzung und Exklusion?
· In welchem Verhältnis stehen Migration und Heimat/Heimatlosigkeit? Gibt es zwei oder mehrere gleichermaßen positiv konnotierte „Heimaten“?
· Wie ist der Beitrag von Heimat zu Gesundheit und Wohlbefinden? Wie und wo entsteht heute soziales und politisches Engagement?
· Ist Heimat ein Gegenbegriff (Antidot) zur neoliberalen Globalisierung, oder ist der Begriff Heimat ihr ideologischer Steigbügelhalter?
Der Begriff Heimat ist für die Gemeindepsychologie eher fremd? Mag sein – der Begriff. Gleichzeitig beschäftigen sich viele der obigen Fragestellungen mit Fragen der Zugehörigkeit, des Gemeinschaftsgefühls und dem Prozess der Vergemeinschaftung – und mit den entsprechenden Verlusterlebnissen. Aus gemeindepsychologischen und weiteren Perspektive gibt es zu Heimat einige Arbeiten aus Forschung und Praxis (siehe Lesetipps): „Heimat“ ist also ein gemeindepsychologisches Thema.